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Gaudi in Dirndln und Gardestiefeln

Ein Hauch von Bayern im badischen Plankstadt: Unter dem Motto „Oktoberfest“ schunkelten, tanzten und lachten alle Freunde der Tanzsportgarde der jährlichen Fasnachtsveranstaltung in der Mehrzweckhalle. Bayerisches Ambiente versprühte vor allem das aufwendige Bühnenbild, das ein gigantisches Bierzelt wie auf der Wiesn darstellte. Passend dazu sah man im Publikum einige Herren in zünftigen Lederhosen und Damen in feschen Dirndln.

„Das Besondere an unserer Fasnachtsveranstaltung ist, dass wir den Fokus auf das Tanzen richten“, erklärt Stephan Kehrer, Schriftführer des Vereins. Die Tanzsportgarde sehe sich selber eher als Sport- denn als Karnevalsverein. Das schlägt sich natürlich im Programm nieder: Ein Tanzmariechen löst das andere ab, Garde folgt auf Garde. Immerhin 90 Tänzer beherbergt der Verein, die ihr Können an diesem Abend zeigen wollen. „Wir haben diese Veranstaltung ins Leben gerufen, um den aktiven Mitgliedern Gelegenheit zu geben, ohne den Leistungsdruck, wie er bei Turnieren üblich ist, aufzutreten“, so Kehrer.

Tanzmariechen Madelaine Lilli, Aushängeschild des Vereins und auch als Trainerin tätig, spürt die Begeisterung, mit der jede Tänzerin auf der Bühne steht. Das fängt bei den jüngsten Tanzmäusen im Alter ab drei Jahre an, die als kleine Hexen das Publikum verzauberten, und geht zum Beispiel bei den Tanzmariechen Lilian Grace Cooper und Vanessa Schölch aus der Altersklasse der Jugend weiter, die mit einer beeindruckenden Leichtigkeit in den Spagat springen oder die Beine in die Luft werfen. Dass das harte Arbeit ist, weiß niemand besser als Madelaine Lilli: „Man braucht die Bereitschaft, auch zu Hause außerhalb des Training an seiner Gelenkigkeit zu arbeiten. Außerdem sollte man akrobatisch sein, was man aber im Verein lernt und eine gute Ausstrahlung mitbringen, damit das Publikum die Präsenz auf der Bühne spürt.“ Bei der badischen Meisterschaft konnte der Verein seine Klasse unter Beweis stellen, bei der sich zum Beispiel die Jugendgarde an die Spitze setzen und somit für die süddeutsche Meisterschaft qualifizieren konnte.

Einen kleinen Wermutstropfen brachte der Abend aber auch mit: Es wurde bekanntgegeben, dass Madelaine Lilli nach der aktuellen Kampagne als Tanzmariechen aufhört. Trotz eines tränenreichen Abschieds zeigte sie mit ihrem Tanzpartner Michael Winter eine beeindruckende Choreographie. Dem Verein bleibt sie in der Garde und als Trainerin weiterhin treu. Gerade letztere Aufgabe macht ihr besonders viel Spaß: „Die Mädchen setzen das um, was ich sage und feiern dadurch Erfolge. Ihre Begeisterung fürs Tanzen muntert mich auf und ich übernehme diese Verantwortung gerne.“ Mit dem Schautanz der Jugendgarde unter dem Motto „Wahre Schönheit kommt von innen“, bei dem sich Raupen in Schmetterlinge verwandelten, zeigte sie ihr Talent als Choreographin.

Für musikalische Unterhaltung sorgten Heinz Tippl und die „Dubbeglasbrieder“ aus der Pfalz, bei denen der Klassiker „Hello again“ schnell zu „Helau again“ wurde. Zur närrischen fünften Jahreszeit gehört aber natürlich genauso die Büttenrede, was von Stephan Kehrer und Lea Orians übernommen wurde. „Du kriegsch ä Bää hinners Ohr gedrückt, des annere sollsch strecke. Da wirsch doch verrückt!“, berichtete Lea Orians in Mundart von ihren Erfahrungen als Tänzerin und setzte damit ein humorvolles Ausrufezeichen hinter die Leistungen an diesem Abend. |